Deutsche Arbeitnehmer sind am Limit

Termindruck, schlechtes Arbeitsklima, emotionaler Stress – immer mehr Deutsche leiden unter der steigenden Belastung am Arbeitsplatz. Neun von zehn Bundesbürgern fühlen sich im Job gestresst. Vor allem junge Arbeitnehmer stoßen dabei an ihre Belastungsgrenze. Dies sind Ergebnisse der Studie “Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016”, für die im Auftrag der pronova BKK 1.660 angestellte Bundesbürger repräsentativ befragt wurden.

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Deutschlands Arbeitnehmer brennen aus: 86 Prozent der Bundesbürger leiden unter Stressfaktoren am Arbeitsplatz. Besonders zu schaffen machen den Befragten ständiger Termindruck (38 Prozent), ein schlechtes Arbeitsklima (37 Prozent) und emotionaler Stress (36 Prozent). Überstunden stellen für jeden dritten Arbeitnehmer eine große Belastung dar. Drei von zehn Befragten beklagen eine ständige Erreichbarkeit oder Rufbereitschaften auch nach Feierabend.

Besonders gefährdet sind junge Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 39 Jahren. In diesen Altersgruppen fühlen sich 91 Prozent vom Job stark belastet. “Diese jungen Generationen sind von der Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt besonders stark betroffen”, sagt Dr. Gerd Herold, Arbeitsmediziner der pronova BKK. “Gleichzeitig ist der Job für sie besonders identitätsstiftend, so dass sie vollen Einsatz bringen wollen und dabei die eigenen Belastungsgrenzen häufig zu spät erkennen”, erklärt der Experte.

Der Chef macht’s vor

Die Spirale des Drucks wird häufig von der Führungsebene in Gang gesetzt, wie die Studie der pronova BKK offenbart. Mehr als drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer sehen in ihren direkten Vorgesetzten kein Vorbild, wenn es um gesundheitsbewusstes Arbeiten geht (78 Prozent). “Das setzt viele Angestellte unter Zugzwang”, so Herold der pronova BKK. So nehmen sich beispielsweise nur vier von zehn Angestellten jeden Tag die Zeit für eine Mittags- oder Erholungspause. Fast jeder Dritte verlässt seinen Arbeitsplatz im Laufe des Tages häufig nicht ein einziges Mal (31 Prozent). “Pausen im Arbeitsalltag sind zum Auftanken und Abschalten immens wichtig”, sagt der Experte. “Das Paradoxe: Sowohl die Arbeitnehmer als auch die Unternehmen sind sich darüber bewusst, wie die Studie zeigt. Wenn aber die Vorgesetzten nicht mit gutem Beispiel vorangehen, setzt sich eine gesunde Pausenkultur nicht durch.”

Pause ist nicht gleich Erholung

Auch die Art der Pausengestaltung und die Bedeutung, die man ihr zumisst, sind wichtig. Wie die Studie zeigt, nutzt ein Drittel der Arbeitnehmer Pausen, um parallel Dienstliches zu besprechen (32 Prozent). Noch mehr verbringen sie mit privaten Erledigungen wie Einkaufen, Kleidung zur Reinigung bringen oder Termine organisieren (39 Prozent). “Diese Dinge tragen nicht zur Erholung bei und sollten daher nicht die Regel sein. Führungskräfte wie Angestellte müssen sich in Pausen auch ganz bewusst Zeit für Entspannung nehmen”, so Dr. Gerd Herold von der pronova BKK.

Wenn der Körper Alarm schlägt

Der Stress auf der Arbeit wirkt sich bei vielen Arbeitnehmern auch körperlich aus. Mehr als zwei Drittel klagen beispielsweise über Verspannungen im Nacken (67 Prozent). Unter Rückenschmerzen leidet mit 63 Prozent ebenfalls die Mehrheit der Arbeitnehmer. Von Schmerzen in Schultern, Armen oder Händen berichtet jeder Zweite (51 Prozent). Weitere arbeitsbedingte Beschwerden der Deutschen sind Kopfschmerzen, Unruhe und Nervosität, Schlafstörungen und schlussendlich auch Depressionen und Burnout. Besonders bei Frauen bewirken Stress und eine ungesunde Körperhaltung Schmerzen. Fast 80 Prozent klagen über Nackenprobleme, 70 Prozent leiden unter Rückenbeschwerden. Auch Kopfschmerzen und Erschöpfungserscheinungen und Schlafstörungen sind bei Frauen ausgeprägter. “Frauen sind nach wie vor besonders betroffen von Stress durch die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie”, erklärt der Experte dieses Phänomen. Dies erkläre auch, weshalb krankheitsbedingte Ausfälle bei Frauen höher sind als bei Männern – neben der Tatsache, dass Frauen im Krankheitsfall häufiger einen Arzt aufsuchen als Männer. “Unternehmen sollten neben jungen Angestellten auch Mitarbeiter mit familiären Verpflichtungen in ihren Konzepten zur Gesundheitsförderung besonders berücksichtigen”, empfiehlt Dr. Gerd Herold von der pronova BKK. “Dabei gilt es nicht nur Frauen mit Kindern anzusprechen, sondern auch Männer, da diese sich zunehmend an der so genannten Familienarbeit beteiligen und einen Spagat zwischen Karriere und Familie meistern müssen.”

Zur Studie

Die Studie “Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016” wurde im März 2016 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Das Marktforschungsinstitut Toluna hat dafür bundesweit 1.660 Arbeitnehmer repräsentativ befragt.

Existenzgründer unterschätzen oft das lästige “Drumherum” der Selbstständigkeit

In der modernen Dienstleistungsgesellschaft gewinnen selbstständige und freiberufliche Tätigkeiten immer mehr an Bedeutung: Mehr als 300.000 Gründerinnen und Gründer wagen jährlich in Deutschland nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums den Schritt in die unternehmerische Eigenständigkeit. Existenzgründer beweisen Mut und Kreativität – tun aber gut daran, sich gerade am Anfang auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und in der Hektik der Selbstständigkeit den Überblick zu bewahren. “Gerade zu Beginn ist es wichtig, mit zuverlässigen Partnern zusammenzuarbeiten, die z.B. bei der Büroarbeit unterstützen”, meint Jens Kassow, Geschäftsführer der Deutschen Verrechnungsstelle.

Einzigartiger Service übernimmt Rechnungs- und Forderungsmanagement

Volle Auftragsbücher freuen jeden Existenzgründer und Selbstständigen, vom Handwerker bis hin zum Mittelständler. Je besser es läuft, desto mehr Aufwand fällt aber rund um das Kerngeschäft an – der Papierkram wird von vielen unterschätzt und als zeitraubend empfunden. Für eine Entlastung kann ein innovativer Service sorgen: die Deutsche Verrechnungsstelle. “Wir unterstützen Unternehmer, indem wir das Management der Rechnungen und Forderungen für sie übernehmen”, erklärt Kassow. Das spare Zeit und Aufwand in der Buchhaltung, man sei weniger abhängig von der Zahlungsmoral der Kunden und habe stets einen aktuellen Überblick über die kompletten Rechnungen. “Auf diese Weise wird die Liquidität rasch und nachhaltig verbessert”, so Kassow. Um den Service in Anspruch zu nehmen, ist im Übrigen keine teure Software notwendig. Im kostenfreien Online-Portal können die eigenen Rechnungen oder der eigene Jahresumsatz bequem auf einen Blick eingesehen werden. Mehr Informationen zu den Vorteilen gibt es unter www.deutsche-verrechnungsstelle.de.

Bonitätsprüfung der Kunden

Neben dem professionellen Rechnungsmanagement sowie dem Mahnwesen übernimmt die Deutsche Verrechnungsstelle auch die Bonitätsprüfung der Kunden und entlastet auf diese Weise den Selbstständigen. Unter www.deutsche-verrechnungsstelle.de steht für alle Interessierten eine informative Broschüre zum Download bereit.

Unfall auf dem Arbeitsweg sofort melden

In der dunklen Jahreszeit führen schlechte Sicht, nasses Laub und glatte Wege vermehrt zu Unfällen. Besonders oft betroffen sind Fußgänger. Typische Verletzungen sind Zerrungen, Verstauchungen oder Knochenbrüche. Aber auch für Radfahrer und Autofahrer steigen im Winter die Risiken. Insgesamt verunglückten im ersten Halbjahr 2015 über 87.000 Berufstätige auf dem Weg zur Arbeit und zurück, wie die Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zeigen. Werner Lüth berät als Experte für Arbeitssicherheit bei TÜV Rheinland viele Unternehmen: „Arbeitgeber können viel tun und sollten das Thema ernst nehmen. Wir empfehlen, über sichere Arbeitswege in den regelmäßigen Unterweisungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz zu informieren. Denn der beste Schutz vor einem Unfall ist das richtige Verhalten im Straßenverkehr.“

Richtig reagieren bei einem Wegeunfall

Unfälle, die sich auf dem Weg zwischen Arbeitsort und Wohnung ereignen, gelten als Wegeunfälle und sind über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitnehmer den direkten Weg wählt. Umwege sind nur in Ausnahmefällen versichert, beispielsweise aufgrund einer Fahrgemeinschaft oder wenn der Nachwuchs zur Kinderbetreuung gebracht wird. Kommt es auf einer dieser Strecken zu einem Unfall, sollte der Betroffene einen Durchgangsarzt aufsuchen. Dieser Arzt hat eine besondere Zulassung durch die gesetzliche Unfallversicherung. Meist handelt es sich um einen Facharzt für Unfallchirurgie, der in eigener Praxis oder in einem Krankenhaus tätig ist. Er sorgt zusammen mit der Berufsgenossenschaft für eine optimale medizinische Betreuung. Hilfe bei der Suche nach einem Durchgangsarzt bietet die Seite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unter www.dguv.de. Außerdem gilt es zeitnah den Arbeitgeber zu informieren, da auch Wegeunfälle, die nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führen, aufgenommen werden müssen. Führt der Wegeunfall zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen, muss der Arbeitgeber eine Unfallanzeige an die Unfallversicherung schicken.

Tipps für einen sicheren Arbeitsweg

Arbeitnehmer und Arbeitgeber können mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, dass es auf dem Weg zur Arbeit gar nicht erst zu einem Unfall kommt. Gut sehen und selbst gesehen zu werden ist wichtig für alle Verkehrsteilnehmer, die in der dunklen Jahreszeit unterwegs sind. Helle, reflektierende Kleidung erhöht nicht nur für Fußgänger und Radfahrer die Sicherheit, sondern auch beim Ein- und Aussteigen ins Auto oder in die Straßenbahn. Bei den Wegen sollten gut ausgeleuchtete, geräumte und befestigte Strecken bevorzugt werden. Auf dem Firmengelände ist der Arbeitgeber für die Sicherheit verantwortlich, beispielsweise für einen Winterdienst, der Wege und Parkplätze während der Arbeitszeit schnee- und eisfrei hält. Bei Pkws und Fahrrädern ist eine gut funktionierende Beleuchtung im Winter unverzichtbar. „Bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kommt es seltener zu Wegeunfällen. Unternehmen können somit die Sicherheit ihrer Mitarbeiter fördern, indem sie beispielsweise Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel unterstützen. Zudem kommt es auf dem Weg zur Arbeit häufiger zu Unfällen als auf dem Heimweg. Ein Grund könnte der Zeitdruck sein. Flexible Arbeitszeiten oder eine längere Überlappung des Schichtbeginns beugen Unfällen vor, weil sie Stress und Hektik auf dem Weg vermindern“, so Lüth.

Weitere Informationen unter www.tuv.com/arbeitssicherheit bei TÜV Rheinland im Internet.

Jeder zweite Selbst­ständige in Voll­zeit mit über­langer Arbeitszeit

Im Jahr 2014 gaben in Deutschland über die Hälfte der vollzeittätigen Selbstständigen (53,0 %) an, gewöhnlich über 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Dies gilt nach internationaler Konvention als überlange Arbeitszeit. Unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Vollzeit betrug dieser Anteil lediglich 7,0 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Veröffentlichung des Indikatorenberichts „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ mitteilt, lag damit im Jahr 2014 der Anteil der Vollzeiterwerbstätigen, die gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, bei 12,3 %. Der Anteil der Erwerbstätigen mit überlanger Arbeitszeit ist seit seinem Höchststand im Jahr 2012 (13,6 %) wieder etwas zurückgegangen.

Insbesondere Führungskräfte waren häufiger von überlanger Arbeitszeit betroffen: 37,6 % der Vollzeiterwerbstätigen in Führungsposition arbeiteten gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche. Dies ist jedoch zum Teil auch auf den überdurchschnittlich hohen Anteil Selbstständiger unter den Führungskräften (50,7 %) zurückzuführen. Während 63,9 % der selbstständigen Führungskräfte in Vollzeit Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden pro Woche aufwiesen, berichtete nur gut jeder vierte abhängig Beschäftigte in Führungsposition (26,4 %) von überlanger Arbeitszeit.

Vollzeiterwerbstätige Männer wiesen mit 15,0 % deutlich häufiger überlange Arbeitszeiten auf als Frauen (7,2 %). Dies lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass Frauen im Vergleich zu Männern deutlich seltener Führungspositionen ausüben.

Der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen, die eigentlich eine Vollzeitstelle gesucht haben, lag im Jahr 2014 bei 13,6 %. Männer (18,5 %) waren häufiger betroffen als Frauen (12,4 %). Der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten hat sich seit 1992 (5,4 %) fast verdreifacht. Nach seinem Höchststand von 22,3 % im Jahr 2006 ist er seit 2009 jedoch wieder kontinuierlich gesunken.

Abend- und Nachtarbeit, wie auch überlange Arbeitszeiten können den Raum für private Aktivitäten einschränken und auch mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen. Gut ein Viertel der Erwerbstätigen (25,7 %) arbeitete 2014 regelmäßig am Abend, das heißt von 18 bis 23 Uhr. Im Jahr 1992 hatte der Anteil mit 14,9 % auf einem deutlich niedrigeren Niveau gelegen. Im gleichen Zeitraum ist die Nachtarbeit (von 23 bis 6 Uhr) lediglich um 1,4 Prozentpunkte von 7,2 % auf 8,6 % gestiegen. Selbstständige (36,6 %) arbeiteten 2014 häufiger am Abend als Arbeitnehmer (24,4 %). Bei der Nachtarbeit zeigte sich ein umgekehrtes Bild: Während 5,2 % der Selbstständigen auch in der Nacht arbeiteten, lag der Anteil unter den Arbeitnehmern bei 9,2 %.

Arbeiten trotz Hitze

Hitze und Sonneneinstrahlung sind für viele eine Belastung. Besonders die rund 2,7 Millionen Menschen in Deutschland, die im Freien arbeiten, sind erheblicher UV-Strahlung ausgesetzt. Um das Risiko von Hautkrebs zu mindern, sollten sich Betroffene schützen: UV-dichte Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen, Kopfbedeckung mit Nackenschutz sowie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor gegen UVA- und UVB-Strahlen beugen Hautkrankheiten vor. „Wer kann, sollte seine Arbeitszeit den Temperaturen anpassen. Also Außenarbeiten möglichst morgens oder am späten Nachmittag durchführen. In der heißen und strahlungsintensiven Mittagszeit längere Pausen machen“, empfiehlt Dr. Wiete Schramm, Gesundheitsexpertin von TÜV Rheinland. Auch Sonnenschirme und mobile Überdachungen halten schädliche Strahlen fern.
Pflanzen aufstellen und elektrische Geräte wenn möglich auslagern

Für Arbeitsräume gilt: Bei mehr als 26 Grad Celsius sollen, bei über 30 Grad Celsius müssen bestimmte Schutzmaßnahmen getroffen werden. Zum Beispiel eine effektive Steuerung des Sonnenschutzes durch Jalousien. Hilfreich sind auch Gleitzeitregelungen, um die Arbeit in die Morgen- und Abendstunden zu verlagern. Beschäftigte können heiße Arbeitstage angenehmer gestalten, indem sie Kleidung tragen, die Schweiß aufnimmt, bequeme Schuhe anziehen und die Klimaanlage nicht zu stark runterkühlen.

Pflanzen spenden Sauerstoff und auch zu einem gewissen Anteil Feuchtigkeit. Nicht benötigte Geräte wie Drucker oder Kopierer stehen besser in separaten Räumen oder werden vorübergehend ausgeschaltet. Generell gilt an heißen Tagen: 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt trinken. Empfohlen sind hier stilles Wasser und Mineralwasser, verdünnte Obstsäfte und ungezuckerte Frucht- und Kräutertees. Die Erfrischungsgetränke sollten nicht zu kalt sein. Der Körper versucht sonst, die Kälte mit viel Energie auszugleichen – die Folge: Er erwärmt sich erneut. Erfrischend wirkt es auch, die Unterarme gelegentlich unter kaltes Wasser halten.

“Keine Angst vor Digitalisierung im Handwerk”

Der Veränderungsdruck durch das Internet ist auch im Handwerk deutlich zu spüren, unter anderem durch eine zunehmende Digitalisierung der Bauprozesse. “Vor der Digitalisierung brauchen wir keine Angst zu haben”, erklärte Karl-Heinz Schneider, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Dachdecker (ZVDH) und Vizepräsident des Unternehmerverbands Deutsches Handwerk (UHD) beim Berliner Unternehmerforum Anfang Mai. Sie biete viele Chancen für die tägliche Arbeit, etwa im Kontakt zwischen Betrieben und Baustellen. Das bedeute aber auch für viele Dachdeckerunternehmen, sich mit neuen Arbeitsmethoden wie BIM zu befassen, führte Schneider aus. “Wenn wir als Handwerksunternehmen hier nicht mithalten, verlieren wir Wettbewerbsvorteile, auch angesichts geänderter Ausschreibungsbedingungen im Vergaberecht”, wird Schneider deutlich.

BIM steht für Building Information Modeling und wird zunehmend in der Planung und interdisziplinären Abwicklung von Bauprozessen eingesetzt. Mit der Verabschiedung einer Richtlinie für das EU-Vergaberecht wurde festgelegt, dass bis 2016 alle EU-Mitgliedsstaaten die Nutzung von BIM bei öffentlich finanzierten Bau- und Infrastrukturprojekten anordnen können.

ZVDH begrüßt EU-Pläne zum digitalen Binnenmarkt

Auch die EU will die Digitalisierung vorantreiben. Unter Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sollen insgesamt 315 Milliarden Euro für ein arbeitspolitisches Programm mobilisiert werden, dazu gehört auch ein vernetzter digitaler Binnenmarkt bis Ende 2019. Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Mid-Caps – also Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen 500 Millionen und zwei Milliarden Euro – sind 75 Milliarden Euro eingeplant. Ein Ziel des Fonds für strategische Investitionen (EFSI) ist es, durch die Digitalisierung einen freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital sicherzustellen.

“Wir begrüßen die Idee des digitalen Binnenmarktes. Für das Handwerk ist allerdings der zügige Breitbandausbau – vor allem im ländlichen Raum – eine wichtige Voraussetzung. Hier erwarten wir von der EU vor allem die Förderung der KMUs, damit auch kleine Unternehmen wie Dachdeckerbetriebe die Chance haben, von der digitalen Arbeitswelt zu profitieren. Die Anwendung des Prinzips ‘Vorfahrt durch KMU’ durch alle EU-Institutionen ist dringend notwendig”, fordert ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx.

Gesundheitsbewusstsein bei Führungskräften stärken

Ehrgeizige Ziele erreichen, sich Herausforderungen stellen und den daraus entstehenden Leistungsdruck als Motivation zu empfinden sind Eigenschaften, die die meisten Führungskräfte auszeichnen. Die Kehrseite der Medaille: Gerade diese Charakterzüge führen dazu, dass Führungskräfte sich verausgaben. Erschöpfung, Müdigkeit, aber auch Schlafstörungen, Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit bis hin zur Depression sind die Folge, wenn die Arbeit überhand nimmt und der Ausgleich auf Dauer ausbleibt. Ulrike Stilijanow, Psychologin bei TÜV Rheinland: „Körperlich sind Führungskräfte mindestens ebenso gesund wie Arbeitnehmer mit weniger Verantwortung. Ihre besonderen Belastungen liegen im psychischen Bereich. Daher erfassen unsere Check-ups neben der körperlichen Gesundheit immer auch die psychische Verfassung der Teilnehmer.“
Belastungen erkennen und reduzieren

61 Prozent der Führungskräfte fühlen sich laut Stressreport Deutschland 2012 durch Termin- und Leistungsdruck belastet. Aber auch die steigende Vielfalt der Aufgaben, unrealistische Zielvorgaben, unklare und unvollständige Informationen von Vorgesetzten und fehlende Wertschätzung für die erbrachten Leistungen wirken sich negativ auf die Leistungsfähigkeit aus. Hinzu kommt, dass in vielen Unternehmen die Bereitschaft, sich zu verausgaben, als normal angesehen wird: Als Leistungsträger gilt, wer neue Projekte bereitwillig annimmt und überdurchschnittlich lange arbeitet.

In den Gesundheits-Check-ups begegnen die Experten von TÜV Rheinland oft Führungskräften, in deren Leben neben der Arbeit kaum Zeit für Sport, Hobbys oder Unternehmungen mit der Familie bleibt. Für sie kann das Beratungsgespräch mit den Betriebspsychologen ein wichtiger Schritt zu mehr beruflicher Distanz sein. Ziel ist es, dass die Teilnehmer erkennen, wie ihr Verhalten dazu beiträgt, Stresssymptome aufrecht zu erhalten oder sogar zu fördern. Anschließend werden Strategien thematisiert, wie gesundheitsfördernde Verhaltensweisen in den Alltag integriert werden können. Denn um Abstand von der Arbeit und Freiräume für Erholung zu schaffen, müssen Gewohnheiten verändert und Prioritäten neu gesetzt werden. Gerade für sehr leistungsbewusste Führungskräfte ist dieser Anstoß von außen wichtig, um den erschöpfenden Druck aus steigenden Arbeitsanforderungen und eigenem Perfektionismus zu durchbrechen.
Von der Leistungs- zur Gesundheitskultur

„Führungskräfte haben meist eine hohe innere Leistungsbereitschaft. Weitere Leistungsanreize wie Prämien sind für sie eigentlich nicht nötig. Wichtiger ist die Motivation durch den Arbeitgeber, etwas für die eigene Gesundheit zu tun und Verausgabungen vorzubeugen“, weiß Stilijanow. Eine Voraussetzung für gesundheitsbewusstes Verhalten von Mitarbeitern ist ein Umdenken auf allen Führungsebenen, das zu einer veränderten Unternehmenskultur führt: Im Mittelpunkt sollte die langfristige Leistungsfähigkeit und Gesundheit aller Beschäftigten stehen. Gesundheitsfördernd wirkt sich dabei ein Arbeitsumfeld aus, das durch realistische Zielvorgaben, Mitbestimmungsmöglichkeiten und konstruktives Feedback gekennzeichnet ist.

Beim gesundheitsbewussten Verhalten haben Unternehmensleitung und Führungskräfte eine Vorbildfunktion. Zeigen sie sich gesundheitsbewusst und befürworten einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Energiereserven, motiviert dies die Beschäftigten, sich ebenso zu verhalten. „Im heutigen Arbeitsumfeld, das unter anderem durch einen steigenden Fachkräftemangel geprägt ist, zählt nicht mehr das kurzfristige Leistungsmaximum. Firmen profitieren von Mitarbeitern und Führungskräften, die im Sinne eines Leistungsoptimums langfristig zum Erfolg beitragen“, resümierte Stilijanow bei ihrem Vortrag auf der diesjährigen Corporate Health Convention in Stuttgart.

Weitere Informationen unter www.tuv.com/trkg im Internet.

Augenschutz im Beruf

Der schnelle Griff zum Winkelschleifer, zum Hobel oder zur ätzenden Chemikalie – im Arbeitsalltag ist die Versuchung groß, bei diesen kleinen Handgriffen die elementaren Sicherheitsvorkehrungen auszublenden. Statt auf der Nase bleibt dann die Schutzbrille in der Hemdtasche oder auf der Werkbank. Nicht zuletzt deshalb verzeichnet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung jedes Jahr mehr als 25.000 Arbeitsunfälle, bei denen die Augenpartie betroffen ist. Das größte Risiko ist nicht der qualitativ schlechte Augenschutz, sondern der Verzicht darauf.
Fehlverhalten nicht stillschweigend tolerieren

„Das Risiko einer Augenverletzung wird unterschätzt. Das gilt insbesondere, wenn Vorgesetzte ein falsches Verhalten wie einen fehlenden Augenschutz zwar registrieren, es aber tolerieren“, sagt Werner Lüth, Fachgebietsleiter für Arbeitssicherheit bei TÜV Rheinland. In Unternehmen werde außerdem oft ein weiterer wichtiger Aspekt vernachlässigt, der wesentlich zur Verbesserung beitragen könne: der Tragekomfort. Zwar erfüllen viele Schutzbrillen die gesetzlichen Vorgaben und tragen das CE-Kennzeichen , dem eine Prüfung beispielsweise durch TÜV Rheinland vorausgeht, doch muss die Schutzbrille auch zum jeweiligen Träger passen. „Wenn die Schutzbrille unangenehm drückt, rutscht oder das Sichtfeld zu weit einengt, ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Mitarbeiter lieber darauf verzichtet“, erklärt Lüth. Er empfiehlt deshalb, in einer Pilotphase mehrere Modelle verschiedener Hersteller in der Praxis zu testen und die Rückmeldungen der Mitarbeiter ernst zu nehmen.
Konkrete Vorschläge nach der Gefährdungsbeurteilung

Im Rahmen einer gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung wird die benötigte persönliche Schutzausrüstung, zu der auch der Augenschutz gehört, ermittelt und festgelegt. TÜV Rheinland unterstützt dabei Unternehmen durch kompetente Beratung mit konkreten Vorschlägen für den Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung im Betrieb. Die wesentlichen Gefährdungen lassen sich dabei in Gruppen einteilen:

Mechanische Risiken: Staub, Splitter, Späne oder Flüssigkeitsteilchen, die zum Beispiel bei Schleif-, Strahl- und Trennarbeiten sowie Stemm- und Meißelarbeiten entstehen.

Chemische Risiken: Ätzende oder reizende Arbeitsstoffe, etwa beim Arbeiten mit Säuren und Laugen, beim Mischen und Aufbringen von Klebern und Beschichtungsstoffen im Spritz- und Sprühverfahren.

Optische Risiken: Hitze, blendendes Licht oder schädigende Strahlung wie bei Schweiß- und Laserarbeiten. Weitere Gefährdungen können sich beispielsweise aus thermischen, biologischen oder elektrischen Risiken ergeben.

Eine normale Brille bietet keinen ausreichenden Schutz

Der Augenschutz sollte stets an die jeweiligen Risikoklasse angepasst sein. Dazu gehört beispielsweise eine entsprechende Bruchsicherheit und Schutz vor schädigender Strahlung. Viele Hersteller bieten inzwischen auch Brillen mit geschliffenen Gläsern entsprechend der individuellen Sehstärke des Trägers an. Dr. Patrick Niklaus, Experte für Augenschutz bei TÜV Rheinland, prüft und zertifiziert die Qualität von Schutzbrillen. Er appelliert vor allem an Brillenträger: „Es fehlt ein echtes Risikobewusstsein, denn eine normale Brille bietet keinen ausreichenden Schutz. Wer diese Tatsache auch bei einem noch so kleinen Handgriff verdrängt, setzt sein Augenlicht aufs Spiel.“

Persönliche Treffen steigern Bereitschaft für Folgeaufträge um mehr als 40 Prozent

Jeder zweite Geschäftsreisende ist der Meinung, dass persönliche Treffen mit Kunden einen großen Einfluss darauf haben, ob Aufträge abgeschlossen werden. Nur jeder Fünfte geht von einem geringen Einfluss aus. Das bessere Kennenlernen der Geschäftspartner und das Fördern von Abschlüssen zählen daher auch zu den Hauptgründen für berufliches Reisen. Das sind Ergebnisse der Studie “Chefsache Business Travel 2015” von Travel Management Companies im Deutschen ReiseVerband (DRV).

Jeweils neun von zehn Befragten sind sich einig, dass Geschäftsreisen wichtig sind im Hinblick auf das bessere Kennenlernen der Geschäftspartner, den Aufbau persönlicher Netzwerke sowie der Kontaktpflege zu Mitarbeitern in Zweigstellen oder Tochterunternehmen. Aber auch der formlose Austausch mit Geschäftspartnern nach einem Vor-Ort-Termin zählt zu den relevanten Gründen (genannt von 78 Prozent).

“Die These, dass Skype und Co. Geschäftsreisen verdrängen, hat sich nicht bestätigt”, sagt Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen ReiseVerbandes (DRV). “Reisen bleiben für die zukünftige Absicherung des Unternehmenserfolges von zentraler Bedeutung. Auch wenn viele digitale Lösungen praktisch sind: Vertrauen entsteht nicht durch einen Chat. Ein Händedruck oder ein gemeinsames Essen lassen sich nicht ersetzen.”

Bei bestehenden Kunden erhöhen persönliche Treffen die Bereitschaft, Folgeaufträge abzuschließen, im Durchschnitt um 41 Prozent – so die Meinung der vom DRV befragten Business Traveller. Jeder Vierte ist sogar der Ansicht, dass die Bereitschaft dadurch um mehr als 50 Prozent erhöht wird. Dass Geschäftsreisen generell Neu- oder Folgeaufträge begünstigen, bestätigen jüngere Fach- und Führungskräfte eher als ältere. 53 Prozent der Befragten unter 40 Jahren bewerten den Einfluss der Reisen auf den Geschäftserfolg als hoch. Von den älteren Geschäftsreisenden ab 40 Jahren sind es 45 Prozent. Nur 19 Prozent von allen Befragten sind der Meinung, dass persönliche Treffen nur einen geringen oder keinen Einfluss auf die Abschlussbereitschaft haben.

Reisemanagement zum strategischen Thema machen

“Da Geschäftsreisen für den Erfolg und die Zukunft eines Unternehmens von hohem Wert sind und sich nur sehr bedingt ersetzen lassen, sollte das Reisemanagement zu einem strategischen Thema gemacht werden”, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. Während in vielen Unternehmensbereichen Abläufe bereits bis ins kleinste Detail optimiert sind, ist dies bei Geschäftsreisen häufig noch nicht der Fall. Professionelle Geschäftsreisebüros leisten hier Abhilfe, indem sie beispielsweise für Kostentransparenz sorgen und für Kostenersparnisse, etwa durch Bündelung von Buchungen. Beim Erstellen einer umfassenden Reiserichtlinie, die für eine Steuerung von Geschäftsreisen unabdingbar ist, unterstützen die Experten ebenfalls.

Zur Studie “Chefsache Business Travel 2015”

Die Studie “Chefsache Business Travel 2015” wurde im Auftrag des Deutschen ReiseVerbands (DRV) durchgeführt. 110 Geschäftsführer, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 110 geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern wurden dafür zum Thema Geschäftsreisen befragt. Die Daten wurden vom 2. bis 16. Oktober 2014 erhoben.

Über die Kampagne “Chefsache Business Travel”

Auf Geschäftsreisen setzen Unternehmen ihre wichtigste Ressource ein: den hochqualifizierten Mitarbeiter. Knapp 90 Prozent schicken ihre Mitarbeiter mit dem Ziel auf Reisen, Geschäftsabschlüsse unter Dach und Fach zu bringen oder zumindest vorzubereiten. Der effizienten Gestaltung von Geschäftsreisen im Unternehmen misst die Chefetage jedoch trotzdem oft keine strategische Bedeutung zu. Dabei wird diese Aufgabe immer komplexer. Nicht nur Kosten, sondern auch andere Kriterien wie zum Beispiel Nachhaltigkeit oder Sicherheit gilt es zu beachten.

Ziel der Initiative von Travel Management Companies im DRV ist es, Geschäftsreisen als strategisches Managementthema zu verankern und den Nutzen eines professionellen Geschäftsreisemanagements in Zusammenarbeit mit den Geschäftsreisebüros auf Entscheiderebene besser bekannt zu machen.

Die Kampagne Chefsache Business Travel wird von folgenden Travel Management Companies im Deutschen ReiseVerband getragen: BCD Travel, Carlson Wagonlit Travel, DERPART TRAVEL SERVICE, FCm Travel Solutions, FIRST Business Travel und Lufthansa City Center. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter www.chefsache-businesstravel.de.

Neue ISO 9001:2015 rückt unternehmerische Risiken stärker in den Fokus

Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen bereiten sich aktuell auf die Anforderungen der neuen Version der ISO 9001:2015 vor. Durch die Revision der Norm für Qualitätsmanagement wird ein deutlicherer Fokus auf das Risikomanagement in Unternehmen gesetzt als bisher. Insbesondere mittelständische Unternehmen werden ihr Managementsystem wahrscheinlich ergänzen müssen. Laut einer TÜV Rheinland Studie aus dem Jahr 2014 unter mehr als 600 mittelständische Unternehmen hat ein Viertel aller Unternehmen kein Managementsystem, und rund 30 Prozent nahmen keinerlei Risikosteuerung vor. „Es ist sinnvoll, Risiken gemäß den Anforderungen der ISO 9001:2015 zu identifizieren, zu bewerten und durch entsprechende Maßnahmen zu minimieren“, erklärt Jürgen Ohligschläger, Produktverantwortlicher für Qualitätsmanagement bei TÜV Rheinland.

Veränderungen, Innovationen und schnelle Entwicklungszyklen stehen in vielen Unternehmen heute an der Tagesordnung. Aber Änderungen ziehen oftmals Risiken nach sich, die sich negativ auf die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens auswirken können. Die ISO 9001:2015 fordert das Implementieren und die dauerhafte Wirksamkeit eines Risikomanagements. Maßgebliches Ziel: Risiken, die sich auf die Produkt- und Dienstleistungsqualität sowie die Kundenzufriedenheit auswirken können, bewusst zu machen und gegebenenfalls zu mindern oder auszuschalten. Unternehmen sind entsprechend angehalten, Risiken zu identifizieren, zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Das Unternehmen kann zum Beispiel entscheiden: wird das Risiko in Kauf genommen, vermieden oder werden geeignete Maßnahmen entwickelt, um die Auswirkungen dieses Risikos gering zu halten.
Bewertung möglicher Risiken wichtig

Die Norm gibt nicht vor, welche Methoden für die Schritte einzusetzen sind. Entsprechend sind Unternehmen frei in der Wahl ihrer Methode und können beispielsweise FMEA – eine Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse – ein Ishikawa-Diagramm, die 5-Why-Methode oder Brainstorming einsetzen. „Oft wird uns die Frage gestellt, ob die Norm Vorgaben zur Anzahl von Risiken macht. Diese gibt es nicht. Es gibt unzählige Risiken die auftreten können, aber Unternehmen sollten sich die Frage stellen, welche Risiken wahrscheinlich oder welche gravierend sind“, erklärt Jürgen Ohligschläger.

Verändert sich im Unternehmen und an seinem Kontext nichts, ist es durchaus möglich, dass sich an Risiko und dem Risikoszenario im Unternehmen über Jahre nichts ändert. Allerdings ist dieses nicht wahrscheinlich, da Marktveränderungen und auch gesellschaftliche Entwicklungen das Unternehmen beeinflussen.

Da die ISO 9001:2015 neben Anforderungen an das Risikomanagement auch Neuerungen in anderen Themenfeldern beinhaltet, wird empfohlen, die Lücken zur neuen Norm zu identifizieren und einen Implementierungsplan zu entwickeln. Auch ist es sinnvoll, bei allen Beteiligten einer Organisation das Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen und entsprechend zu informieren.

Detaillierte Informationen zu dem Thema ISO 9001:2015 erhalten Interessierte in den Fragen und Antworten bei TÜV Rheinland unter www.tuv.com/iso_9001_revision_2015/faq sowie allgemein unter www.tuv.com/qm im Internet.